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	<title>keyboardsamurais.de &#187; Interviews</title>
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	<description>thoughts on software development, warts and all...</description>
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		<title>Auf dem Weg zur KÃ¼nstlichen Intelligenz &#8211; ein Interview mit Serhat Ã‡inar</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov -0001 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><strong><em> <a href="http://graviton.de">Serhat &#199;inar</a></em></strong><em> ist Student der allgemeinen Informatik an der Fachhochschule K&#246;ln. W&#228;hrend seines Studiums sorgte er unter seinen Kommilitonen immer wieder f&#252;r Erstaunen, wenn er beispielsweise innerhalb weniger Tage &#34;nur um den Prozessor besser zu verstehen&#34; einen lauff&#228;higen Mikroprozessor Emulator in Java implementierte. Sp&#228;ter legte er seinen Schwerpunkt auf die Erforschung von neuronalen Netzen. Er ist einer der begabtesten Informatiker, die mir bislang begegnet sind. Au&#223;erdem ist er Musiker, Autor einiger Kurzgeschichten und generelles Kreativtalent.</em></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em> <a href="http://graviton.de">Serhat Ã‡inar</a></em></strong><em> ist Student der allgemeinen Informatik an der Fachhochschule KÃ¶ln. WÃ¤hrend seines Studiums sorgte er unter seinen Kommilitonen immer wieder fÃ¼r Erstaunen, wenn er beispielsweise innerhalb weniger Tage &#8220;nur um den Prozessor besser zu verstehen&#8221; einen lauffÃ¤higen Mikroprozessor Emulator in Java implementierte. SpÃ¤ter legte er seinen Schwerpunkt auf die Erforschung von neuronalen Netzen. Er ist einer der begabtesten Informatiker, die mir bislang begegnet sind. AuÃŸerdem ist er Musiker, Autor einiger Kurzgeschichten und generelles Kreativtalent.</em><span id="more-120"></span></p>
<p><strong>ErzÃ¤hle mal ein bisschen Ã¼ber dich, wie kamst du eigentlich zum Programmieren? </strong></p>
<p>Schon als kleines Kind, so mit 10 Jahren, war mein Berufswunsch Erfinder zu werden. Ich hatte also recht frÃ¼h eine AffinitÃ¤t zur Wissenschaft, die sich im Laufe meines weiteren Lebens ausbaute. Vor einigen Jahren erzÃ¤hlte mir ein Bekannter, dass er mit dem Computer alles MÃ¶gliche steuern kÃ¶nne. Er berichtete, dass er Motoren an seine Gardinen angebracht hÃ¤tte und mit dem Computer diese Gardinen Ã¶ffnen und schlieÃŸen kÃ¶nne. Nach diesem Erlebnis war ich natÃ¼rlich sofort vom Computerfieber angesteckt und wollte auch einen haben. SchlieÃŸlich war es 1988 und ich war gerade mal zwÃ¶lf Jahre alt. Mein erster Rechner war also das Urgestein der Homecomputer schlechthin, der <a href="http://www.old-computers.com/museum/computer.asp?st=1&amp;c=885">Schneider CPC 464</a>. Leider gab es damals nicht sehr viele Spiele fÃ¼r den Computer, darum habe ich angefangen einige vorgegebene Programme aus BÃ¼chern abzutippen und zu modifizieren. Ich habe lange daran in Basic programmiert, bis dann der C64 angesagt war. Von da an wurde nur noch gespielt, bis zu dem Tag, an dem ich mir eine Action Replay Cartridge kaufte und jemanden kennen lernte, der Assembler auf dem C64&#8242;er beherrschte. Ich fing an Minidemos in Assembler zu schreiben, mit Scrolltext und Sprites <img src='http://keyboardsamurais.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Dann kam der Amiga und es wurde wieder nur gespielt. AuÃŸerdem schrieb ich Musik auf dem <a href="http://www.protracker.de/">ProTracker</a>. In der Oberstufe begann ich erst durch den Informatikunterricht in der Schule wieder mit der Programmierung ich lernte dort Turbo Pascal und MS Basic.</p>
<p><strong>Wie kamst du dann auf die Idee Informatik zu studieren? </strong></p>
<p>Immerhin hatte ich schon seit ich zwÃ¶lf war mit Computern zu tun. Ich habe angefangen Perl zu programmieren und habe AuftrÃ¤ge fÃ¼r Firmen angenommen. Sozusagen ist mein Hobby zum Beruf geworden. Ich habe zunÃ¤chst versucht Mathematik an der Uni KÃ¶ln zu studieren und gemerkt, dass ich eigentlich gar keine Lust darauf hatte. Dann habe ich mich fÃ¼r Informatik an der Fachhochschule eingeschrieben, wo alles weniger theoretisch und mehr praktisch gelehrt wird. Das Programmieren kommt meinem Kindheitstraum, Erfinder zu werden, auch recht nahe. Man lÃ¶st Probleme indem man Programme schreibt, wodurch jedes Programm den Charakter einer neuen Erfindung hat.</p>
<p><strong>Du bist mathematisch interessiert, was macht die Mathematik so interessant? </strong></p>
<p>Wenn man einmal eine Formel verstanden hat oder noch besser: selbst darauf gekommen ist wie etwas funktioniert, dann erkennt man, dass die Mathematik sehr spannend sein kann. Ich finde auch, dass die Mathematik ein FuÃŸ der Philosophie ist, weil sie die Wahrheit verfolgt. Wenn man Erkenntnisse in der Mathematik erlangt, dann ist das so als wÃ¼rde man tiefe Einblicke ins Universum erhalten . Es ist, als wÃ¼rde man ein Gedicht oder ein Lied schreiben, lesen oder hÃ¶ren, dass einen im innersten der Seele berÃ¼hrt.</p>
<p>An dieser Stelle mein Lieblingszitat aus dem Film â€žPiâ€œ:</p>
<blockquote><p>â€žrestate my assumptions:<br />
1. Mathematics is the language of nature.<br />
2. Everything around us can be represented and understood through numbers.<br />
3. If you graph these numbers, patterns emerge.<br />
Therefore: There are patterns everywhere in natureâ€</p></blockquote>
<p><strong>Welches mathematische Problem wÃ¼rdest du am liebsten lÃ¶sen? </strong></p>
<p>Schwer zu sagen, es gibt einige mathematische Probleme, die sehr interessant sind. Ich wÃ¼rde versuchen ein mathematisches Modell des menschlichen Geistes zu schaffen.</p>
<p><strong>Was war bisher das interessanteste Projekt an dem Du beteiligt warst? </strong></p>
<p>Das interessanteste Softwareprojekt, an dem ich bislang beteiligt war, war das Projekt Smartreport. Es handelte sich dabei um eine Intranet Anwendung fÃ¼r Investmentbroker. Wir mussten das komplette Wissen einer Bank aussaugen und in eine Anwendung stecken. Ich habe dabei hauptsÃ¤chlich Wissen aufbereitet und in der Vorbereitungsphase das Projekt geleitet.</p>
<p>Meine jetzige Arbeit mit neuronalen Netzen finde ich ebenfalls sehr interessant. Ich habe wÃ¤hrend des Studiums ein Programm geschrieben, mit dem man kÃ¼nstliche neuronale Netze darauf trainieren kann, Noten eines Liedes zu klassifizieren und prognostizieren. So kann man dem Netz beibringen ein MusikstÃ¼ck zu improvisieren. Das Programm befindet sich allerdings noch im Anfangsstadium.</p>
<p><strong>Also ist dieses Programm in der Lage durch Inspiration neue Lieder zu erstellen? </strong></p>
<p>Von Inspiration kann man eigentlich nicht reden, aber es gibt hierbei einige Parallelen zur menschlichen Art und Weise zu lernen. Es lernt anhand der Art von vorgegebenen Liedern wie Melodien oder Notenabfolgen aufeinander passen. Gibt man dem Netz zwei Lieder in einer bestimmten Tonart oder eines verwandten Musters, so erlernt es dieses Muster schnell und kann dieses dann replizierten. Das neue StÃ¼ck ist dabei im Grunde das Produkt einer Variation, die durch eine Art Zufallsgenerator entsteht, also ist es noch keine tatsÃ¤chliche improvisierte Musik.</p>
<p><strong>Es gibt jedoch bereits viele Softwareanbieter, die mit kÃ¼nstlichen neuronalen Netzen in den Musikmarkt eingestiegen sind. RÃ¤umst du der kÃ¼nstlichen Intelligenz auf den Musikmarkt in Zukunft Chancen ein? Glaubst du, dass es erfolgreiche Lieder geben wird, die rein von kÃ¼nstlichen neuronalen Netzen erstellt wurden? </strong></p>
<p>Ich denke schon. Aber es wird noch einige Zeit dauern, denn in den meisten Bereichen in denen wir neuronale Netze oder auch andere aktuelle neue Technologien benutzen, stecken wir noch in den Kinderschuhen. Wenn man zum Beispiel Sprachsynthese betreibt, ist es sehr wichtig die Sprache korrekt zu sprechen, mit Hochbetonung, Tiefbetonung und dem GefÃ¼hl, mit dem man die einzelnen Silben ausspricht. Das sind alles Dinge, die man zunÃ¤chst wissenschaftlich sezieren muss um schlieÃŸlich daraus ein Mathematisches Modell erstellen zu kÃ¶nnen. Die neuronalen Netze Ã¼bernehmen lediglich die &#8220;Drecksarbeit&#8221; die interessanten Daten aus dem Datenbrei herauszufischen. Aber man braucht eine fundierte Codierung des Bereiches. Das gilt auch fÃ¼r die Musik. Also wenn man einem neuronalen Netz eine Komposition ermÃ¶glichen mÃ¶chte, dann muss man ihm die Essenz der Musik an sich, die GefÃ¼hle und den Kontext zur VerfÃ¼gung stellen. Dieser Bereich ist noch nicht so weit, als dass er programmatisch modellierbar wÃ¤re. WÃ¤hrend man als Mensch im Bereich der Musik sofort hÃ¶ren kann, dass sich zwei TÃ¶ne zusammen nicht harmonisch anhÃ¶ren, muss man dem kÃ¼nstlichen neuronalen Netz zunÃ¤chst einmal die Kategorisierung von musikalischen Assoziationen beibringen, die fÃ¼r uns so offensichtlich ist. Attribute wie â€žfrÃ¶hlichâ€œ oder â€žtraurigâ€œ sind dem Netz aus seiner Mathematischen Perspektive zunÃ¤chst unbekannt. Diese Feinheiten sind noch nicht mathematisch aufbereitet.</p>
<p><strong>Schon 1988 gab es im <a href="http://www.zock.com/64er/">64&#8242;er Magazin</a> Interviews mit KI Forschern die behaupteten, dass sie in Zukunft ihr Hirn auslesen lassen wÃ¼rden und, unabhÃ¤ngig von ihren KÃ¶rpern, ewig leben wÃ¼rden. Heute spricht Raymond Kurzweil in â€ž<a href="http://www.amazon.com/exec/obidos/redirect?tag=zottmann-20&amp;path=ASIN/0262610795">The Age of Intelligent Machines</a>â€œ davon, dass erst in einigen Dekaden computerisierte GerÃ¤te entstehen werden, die menschenÃ¤hnliche Intelligenz aufweisen. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Warum sind KI Forscher so pessimistisch geworden? </strong></p>
<p>Ich glaube das liegt daran das man in der Zwischenzeit viel mehr Ã¼ber die Funktionsweise des Gehirns gelernt hat und auch verstanden hat, was die grundlegenden Elemente des Denkens sind. Am Anfang des letzten Jahrhunderts hat man herausgefunden wie Zellen des Gehirns, also die Neuronen, arbeiten. Im Laufe der nÃ¤chsten Jahrzehnte wurden mathematische Modelle darÃ¼ber aufgebaut, die schlieÃŸlich die kÃ¼nstlichen neuronalen Netze ermÃ¶glichten. Aber erst heute, mit Techniken wie der Computer-Tomographie, weiÃŸ man wie es im Gehirn aussieht, wenn der Mensch denkt</p>
<p>. Man erkannte dadurch, dass das Gehirn und der Mechanismus des Denkens ein um mehrere GrÃ¶ÃŸenordnungen komplexeren Apparat darstellt als man angenommen hatte. KI Forscher mussten einsehen, dass das bisschen wissenschaftliche Material welches uns zurzeit vorliegt nur den Beginn zum VerstÃ¤ndnis des Denkens darstellt.</p>
<p>Ein Vergleich dazu (obwohl man ja kÃ¼nstliche neuronale Netze nicht ohne weiteres mit biologischen neuronalen Netzen vergleichen kann): Um menschliches, komplexes Denken darzustellen, braucht man 100 Milliarden Gehirnzellen die mehrere Billionen Verbindungen untereinander haben.. Ein schneller Computer kann heute gerade mal 1000 bis 5000 Neuronen mit wenigen zehntausenden Verbindungen simulieren. Das entspricht in etwa der Nervenzellsammlung einer Schnecke. Hinzu kommt, dass die neuronalen Netze lediglich die Verflechtung der Gehirnzellen abbilden, wÃ¤hrend biologische Gehirne noch jede Menge chemische Botenstoffe (bspw. Adrenalin, Serotonin, Testosteron, Ã–strogen etc.) benutzen. PhÃ¤nomene wie Schizophrenie werden auf den Mangel an bestimmten Botenstoffen zurÃ¼ckgefÃ¼hrt. Solche Modelle sind in kÃ¼nstlichen neuronalen Netzen erst Ansatzweise vorhanden und in der Praxis noch nicht verbreitet. Hinzu kommt auch, das kÃ¼nstliche neuronale Netze recht homogen sind, jedes Neuron funktioniert gleich. Im menschlichen Gehirn ist das etwas anders. Es gibt eine Vielzahl an verschieden funktionierenden Neuronen.<br />
Wir bewegen uns also derzeit noch auf der untersten Evolutionsstufe, was Nervengeflechte angeht.</p>
<p><strong>Wann, wenn Ã¼berhaupt, glaubst du wird die erste Maschine den Turing Test bestehen? (Anm: Alan Turing entwickelte 1950 einen Test, der die FÃ¤higkeit einer Maschine zu intelligentem Verhalten misst) </strong></p>
<p>Das ist nicht einfach zu beantworten. Wir stricken hier ja ein Tuch von allen Ecken gleichzeitig. Es gibt Forscher, welche Software entwickeln die zum Beispiel Texte interpretieren und wiedergeben kann, andere entwickeln Sprachanalyse und Spracherkennung. Wieder andere arbeiten an optischer Erkennung. Aber das sind alles nur die Spitzen des Eisbergs. Wann es soweit sein wird, kommt nicht zuletzt auch darauf an, wie viel Rechenleistung uns zur VerfÃ¼gung gestellt wird. Wenn die Entwicklung im bisherigen Tempo verlÃ¤uft, brauchen wir bestimmt noch 50 bis 100 Jahre bevor wir</p>
<p>von reiferen AnsÃ¤tzen von KÃ¼nstlicher Intelligenz sprechen kÃ¶nnen. Dennoch gibt es bereits zum jetzigen Zeitpunkt recht interessante AnsÃ¤tze, teilweise sogar Programme, mit denen man sich unterhalten kann. Zwar nur Ã¼ber begrenzte Themengebiete und Ã¼ber das Wetter, aber die AnsÃ¤tze sind vielversprechend. Dennoch sind wir sehr weit von der menschlichen VielfÃ¤ltigkeit entfernt.</p>
<p><strong>Alan Turing nahm an, daÃŸ die Grenze zum Erreichen der Intelligenzschwelle (Turing Test) dann Ã¼berschritten werden kann, wenn der Computer mehr als 10^9 bits Speicher hat. Das wÃ¤ren 119 Mbyte. Besteht nicht die Gefahr, dass sich auch die Prognose Ã¼ber die AbhÃ¤ngigkeit zwischen der LeistungsfÃ¤higkeit des Netzes zur Rechnergeschwindigkeit als trÃ¼gerisch erweist? </strong></p>
<p>Ich weiÃŸ nicht genau, woraus Turing seine Zahl ableitet. Aber um noch mal den Vergleich zur Tierwelt zu ziehen: Es gibt beispielsweise eine Spinnenart, die â€žPorschaâ€œ, die nicht viel mehr Gehirnzellen besitzt als andere Insekten. Diese Spinnenart gilt als sehr â€žintelligentâ€œ, denn sie versteht es jede andere Spinnenart strategisch zu â€žbesiegenâ€œ. Sie kann auch andere Spinnenarten durch Imitation nachahmen. Des weiteren kann sie das Netz einer fremden Spinne betreten, ohne von ihr bemerkt zu werden. AuÃŸerdem kÃ¶nnen zwei Spinnen dieser Spezies durch Gesten (winken mit den vorderen Beinen) kommunizieren.</p>
<p>Die Natur hat es gelernt, mit mÃ¶glichst wenig â€žRechenleistungâ€œ ein Maximum an Ergebnis zu erzielen. Wir Menschen sind mit den jetzigen Computer da eher wie Dynamitfischer. AuÃŸerdem ist hier auch die Frage angebracht, wann man Ã¼berhaupt von Intelligenz reden will. Ist eine Spinne bereits intelligent? Oder eine Labormaus? Oder muss man erst ein Gedicht schreiben kÃ¶nnen?</p>
<p>Maschinen sind spezialisiert auf eine Aufgabe, die sie recht unflexibel, aber dafÃ¼r besser und schneller lÃ¶sen kÃ¶nnen als Menschen. Mit dem Computer hat der Mensch auch eine Maschine geschaffen, die durch das Rechnen die geistigen FÃ¤higkeiten des Menschen erweitert und irgendwann vielleicht Ã¼bersteigen kann. Dadurch ist sie flexibler als eine Bohrmaschine und kann durch eigenstÃ¤ndiges LÃ¶sen von Problemen eine Art KreativitÃ¤t an den Tag legen. Douglas R. HofstÃ¤dter schreibt in seinem Buch â€žGÃ¶del, Escher, Bach &#8211; Ein endloses geflochtenes Bandâ€œ folgendes:</p>
<blockquote><p>&#8220;Man kann die Entstehung von KI auf den Augenblick ansetzen, an dem mechanische Verrichtungen Aufgaben Ã¼bernahmen, die bisher nur der menschliche Geist zu bewÃ¤ltigen vermochte.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zur Rechengeschwindigkeit mÃ¶chte ich noch folgenden Aspekt los werden:</p>
<p>Es geht beim menschlichen Gehirn nicht um Megahertz. Es geht mehr um ParallelitÃ¤t und konnektionistische Strukturen. Im Gehirn sind stets mehrere hundert, ja hunderttausende Neuronen gleichzeitig aktiv. Wir haben uns der Rechenmaschine auf eine sehr einfache Art angenÃ¤hert, nÃ¤mlich dem Sequentiellen verarbeiten. In Zukunft wird sich dies stÃ¤rker auf die parallele Verarbeitung konzentrieren, womit wir der menschlichen Leistung wieder nÃ¤her kommen werden.</p>
<p>Auch interessant sind AnsÃ¤tze, die biologischen neuronalen Netze als Rechner zu nutzen. Ich erinnere da nur an das Experiment mit den Rattengehirnzellen in der Petrischale, welche einen Flugsimulator steuern. Biologische neuronale Netze sind fÃ¼r kÃ¼nstliche Intelligenz prÃ¤destiniert. Sicherlich sogar besser als kÃ¼nstliche neuronale Netze. Wir stehen aber auch hier am Anfang. Mit Hilfe der KNN werden wir wohl noch einige Zeit das Gehirn und die KI erforschen. Aber irgendwann wird das von uns manipulierte biologische Vorbild dies sicherlich ablÃ¶sen kÃ¶nnen.</p>
<p><strong>Wie kann die KI unseren Alltag verÃ¤ndern? </strong></p>
<p>Sehr schwer zu sagen. Das kommt darauf an, worauf wir bei der Erschaffung von KI Wert legen. Es gibt natÃ¼rlich viele Scifi Szenarios, zum Beispiel jenes, dass das die kÃ¼nstliche Intelligenz von uns die Nase voll bekommt und uns bekÃ¤mpft. Die Frage ist in wieweit wir eine kÃ¼nstliche Intelligenz eine eigene Existenz erlauben. Wir kÃ¶nnen natÃ¼rlich ein Netz als eine Art gefÃ¼hlloses Orakel erbauen, welches auf alle Fragen die wir haben Antworten suchen kann, aber nicht selbst in der Lage ist, GefÃ¼hle zu entwickeln.</p>
<p><strong>Glaubst du, dass es auch Alltagsanwendungen fÃ¼r KI geben wird? </strong></p>
<p>Es wird viele Anwendungen geben. Wir werden uns zum Beispiel mit unserem Inventar unterhalten kÃ¶nnen. Das Inventar wird sich auch an uns anpassen kÃ¶nnen. Man stelle sich vor man betritt  die Wohnung und der Computer erkennt, in welcher Laune man sich befindet und passt Licht und die Musik an die eigene Stimmung an. Wir bewegen uns dort jedoch auf einem zwei schneidigem Schwert, denn was der Mensch besser kann als alle Maschinen ist das Denken. Jeder Schraubendreher kann eine Schraube schneller wechseln als der Mensch mit seinen bloÃŸen HÃ¤nden, genauso kann ein Produktionsroboter ein Auto schneller schweiÃŸen als ein Industriearbeiter. Das einzige Besondere was dem Mensch als Werkzeug bleibt ist seine geistige FÃ¤higkeit und genau diese wird ihm in Zukunft auch genommen. Das heiÃŸt Maschinen und Roboter werden das Denken schneller erledigen kÃ¶nnen als wir. Es ist zu erwarten, dass dies anfÃ¤nglich nicht anders ablaufen wird als die Diskussion um Gentechnik. Eine Menge Menschen werden sich dagegen stellen und sagen das kÃ¶nnen wir nicht machen und letztendlich wird es doch passieren.</p>
<p>Letztendlich ist die KI in ihrer jetzigen Form bereits fester Bestandteil unseres Alltages. Oder kÃ¶nnten wir ohne Computer noch irgend etwas Steuern? Und OCR oder Speech-To-Text sind bereits Standardanwendungen im Officebereich geworden. Die Integration von einfacher KI in unseren Alltag ist ein flieÃŸender Prozess und es wird auch so bleiben.</p>
<p><strong>Im Moment arbeitest du an deiner Diplomarbeit, kannst du uns bereits etwas darÃ¼ber erzÃ¤hlen? </strong></p>
<p>Zurzeit arbeite ich an Zeitreihenprognosen. Hierbei hat man eine Reihe von Messwerten, die in einem zeitlichen Kontext stehen. Zum Beispiel Wetterdaten von KÃ¶ln Ã¼ber ein Jahr, zwei Jahre. Dann gilt es anhand der Daten eine Funktion zu finden, die es uns ermÃ¶glicht die nÃ¤chsten Werte mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeitsgrenze vorauszusagen so dass abgeschÃ¤tzt werden kann, wie das morgige Wetter sein wird.</p>
<p>Das Neue an meiner Diplomarbeit ist, dass ich diese Art der Prognose mit neuronalen Netzen kombiniere, es gibt schon eine Reihe von Arbeiten in dieser Richtung und ich werde mit meiner hoffentlich einen weiteren Beitrag leisten kÃ¶nnen.</p>
<p><strong>Wenn du eine Programmiersprache wÃ¤rst, welche wÃ¼rdest du sein und warum? </strong></p>
<p>Ich wÃ¤re natÃ¼rlich gerne Java, aber ich glaube nicht dass ich Java bin. Ich fÃ¼hle mich eher wie ein Grundtyp, ein <code>float</code>. Der kann sehr viel darstellen und wie der Name schon sagt, ist er stÃ¤ndig im Fluss <img src='http://keyboardsamurais.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Was treibst du  neben dem Studium, oder den Computernahen Dingen des Lebens?</strong></p>
<p>Ich gehe gerne mit Freunden aus. Gerade versuche ich auch etwas mehr Sport in mein Leben zu integrieren. AuÃŸerdem lese ich gerne auch BÃ¼cher, besonders populÃ¤rwissenschaftliche Werke und Science Fiction im Stile von Gibson, Sterling oder Asimov.</p>
<p>Ansonsten haben eigentlich fast alle FreizeitbeschÃ¤ftigungen irgendwie mit dem Computer zu tun, denn der Computer ist nun mal das Allzweckwerkzeug schlechthin. So mache ich etwas Grafikbearbeitung, Musik und schreibe ab und an auch ein paar Zeilen Prosa.</p>
<p><strong>Wenn Du einen Wunsch frei hÃ¤ttest wÃ¼rdest du&#8230; </strong></p>
<p>1000 weitere WÃ¼nsche wÃ¼nschen, oder, falls das nicht geht, den Weltfrieden.</p>
<p><strong>Vielen Dank fÃ¼r das Interview.</strong></p>
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